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| Mechanik in einem ungewöhnlichen Design zu attraktiven Preisen sind die Trümpfe, mit denen Vostok Europe den deutschen Markt betritt. Wir haben dem Modell Vostok in die russische Seele geschaut. :: Text: Witold A. Michalczyk |
Nicht in den weiten Steppen Russlands, sondern in der schmucken litauischen Stadt Vilnius werden die Uhren der Marke Vostok Europe gefertigt. Einer der beiden Kapitalgeber des neuen Unternehmens hat aber tatsächlich seinen Sitz in den weiten Gefilden östlich von Moskau: der Werklieferant Vostok. Zweiter Partner ist der litauische Uhrenvertrieb Koliz, der durch die EU-Mitgliedschaft Litauens einen engeren Kontakt zu den europäischen Märkten besitzt. "Soviet Techno Design" lautet das Schlagwort, das Designer und Marketingabteilung den Uhren mit auf den Weg nach Westen gegeben |
haben. Damit sind die Modelle schon recht gut umschrieben: Ein wenig Retro-Optik wird gemischt mit technisch anmutendem Design. Der Anklang an das untergegangene Reich des roten Bären findet sich auch in Modellnamen wie TU-144, der an das legendäre Überschall-Passagierflugzeug erinnert oder Metro, der von den berühmten U-Bahnhöfen Moskaus erzählt. Das erste sowjetische Raumschiff, das seit den sechziger Jahren Kosmonauten in eine Erdumlaufbahn brachte, stand für den Namen unseres getesteten Modells Pate: die Dreizeigeruhr Vostok. |
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Tatsächlich erinnert das Design der Vostok ein wenig an die Außenwand eines Raumschiffs mit Bullauge. Im massiven kissenförmigen Korpus mit der aufgesetzten Drehlünette findet man aber auch deutliche Anklänge an die siebziger Jahre. Mithilfe des nicht sonderlich griffigen Drehrings lassen sich auch die Zeitzonen einstellen. Die Gestalter der Uhr gebendem Benutzer zudem einen Kurzlehrgang in russischer Geografie und listen die Zeitzonen des riesigen Landes auf, angefangen bei Kaliningrad im Westen, über Perm am Ural an der Grenze zu Asien, bis hin zu Anadyr, der Hauptstadt der Republik Tschuchotka, dem äußersten Zipfel Sibiriens. An der Verarbeitung des Gehäuses gibt es nichts auszusetzen. Seine Herkunft aus Ostasien ist dem Korpus nicht anzusehen. Die Flächen sind sauber satiniert, erweisen sich aber als recht anfällig für Kratzer. Eine Facettierung der polierten Kanten nimmt den Übergängen jegliche Schärfe, wobei die Konturen glücklicherweise nicht verloren gehen.
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Mit der Vostok präsentiert Vostok Europe einen Zeitmesser mit einem ausgezeichneten Preis- Leistungs- Verhältnis. Die Qualität der Verarbeitung kann mit etablierten und auch deutlich teureren Zeitmessern mithalten. Das negative Image, mit dem Russenuhren in den letzten Jahren leben mussten, wird durch die Vostok klar verbessert. Die Orientierung an westlichen Standards ist deutlich erkennbar. Nur wenige Details lassen zu wünschen übrig. Vor allem am Werk muss noch gearbeitet werden. Die gestalterische Mischung aus Design-Zitaten, Technik und Retro-Optik macht die Uhr zu einem Blickfang, der nicht nur die Aufmerksamkeit von Sammlern und Russophilen auf sich zieht. :: :: :: |
Vostok -
Unbekannter Riese Vostok Europe ist aus dem Zusammenschluss des litauischen Uhren Unternehmens Koliz und des russischen Werkherstellers Vostok entstanden. Beide Unternehmen haben den gleichen Anteil am neuen Label. Vorgestellt wurde das Projekt auf der Baselworld 2004. Vostok Europe will preisgünstige Uhren für die westlichen und ostasiatischen Märkte fertigen. Design und Fertigung der Uhren erfolgt in Litauen, wobei westliche Standards als Maßstab genommen werden. Die Kollektion besteht aus 28 Modellen, von denen zu nächst je 999 Exemplare gefertigt wurden. Die Gehäuse kommen aus Fernost, die Werke werden ausschließlich von Vostok bezogen. Hauptsitz von Vostok ist Chistopol in der Republik Tatarstan, rund 1000 Kilometer östlich von Moskau. In den Anlagen entstehen ausschließlich mechanische Uhrwerke. Rund 3000 Mitarbeiter fertigen jedes Jahr 1000000 Kaliber. Quarzwerke werden zugekauft. Damit ist Vostok der größte Werkhersteller Russlands und gehört zu den fünf größten weltweit . Vostok |
beliefert auch zahlreiche westliche Marken mit Uhrwerken. Vostok produziert eine Vielzahl unterschiedlicher Kaliber, Basiswerk ist das Kaliber 2415 mit Anzeige von Stunden, Minuten und zentraler Sekunde. Am häufigsten verwendet wird das Kaliber 2416 mit Stunden, Minuten, zentraler Sekunde und Datum. Dieses, wie auch die meisten anderen Kaliber, sind Ableitungen des 2415, das mit Modulen ergänzt wird. So gibt es zwei 24-Stunden-Anzeigen (2431 mit Datum, 2424 ohne), zwei Tag/Nacht-Anzeigen (2432 (Zentrale Scheibe), 2435 (Scheibe bei 3 Uhr) oder das 2433 mit offner Unruh ohne Datum. Nur das Kaliber 2434 ist mit Stoppsekunde ausgestattet. Einen Chronographen gibt es bislang nicht", doch in Cbistopol arbeitet man daran. Die für Vostok Europe verwendeten Werke tragen hinter der Kaliberbezeichnung den Buchstaben E. Er steht für die gehobene Ausfertigung des Werkes. Der Budlstabe B steht für Standardausführungen. |